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Actinidien sind starkwüchsige Kletterpflanzen, die, um einen guten Ertrag zu bringen, geschnitten werden müssen. Man unterscheidet den Erziehungsschnitt, der sich nach der gewünschten Form richtet, vom Produktionsschnitt, der bei Beginn der Ertragsreife einsetzt und das Ziel hat, die Qualität und Quantität der Früchte zu regulieren. Die Schnittarbeiten werden zweimal jährlich durchgeführt: während der Wachstumszeit im Sommer (Juli bis Mitte August) und gegen Ende des Winters,
etwa von Mitte Februar bis Mitte März. In milden Gegenden sollte der Schnitt Ende Februar beendet sein, da Kiwi-Pflanzen einen sehr starken Saftdruck haben und daher bei einem zu späten Schnitt leicht ausbluten können. Bei einem früheren Termin ist die Gefahr des Frosteintritts zu hoch.
Die Schnittechnik ist - das Wandspalier ausgenommen - bei allen Anbauformen gleich.
Wandspaliere
Bei einem Wandspalier trachtet man danach, möglichst viel Platz für die Fruchtruten zu behalten. Der Stamm wird daher während der Vegetationszeit des 1. Jahres nur bis zu einer maximalen Höhe von 100 cm gezogen, dann gebeugt und an den gespannten Draht geheftet. Beim Sommerschnitt wird dieser Trieb auf 6-8 Augen gekürzt. Sollte sich während dieser Vegetationsperiode ein zweiter Leitast entwickeln, so wird dieser zur anderen Seite des Spaliers gebeugt und ebenso geschnitten. Alle schwachen und überflüssigen Triebe werden entfernt. Im Winter wird nur Schwaches ausgelichtet. Im 2. Jahr wachsen aus den Leitästen Seitentriebe, die senkrecht gezogen werden müssen. Beim Sommerschnitt werden diese auf ca. 100 cm gekürzt; überflüssige Triebe sollte man eliminieren. Beim folgenden Winterschnitt werden die Seitentriebe dann unter günstigsten Bedingungen auf 1-2, bei Gefahr von Frost auf 3-4 Augen gekappt. Während des Sommers des 3. Jahres entstehen neue Triebe, die wiederum auf ca. 100 cm begrenzt werden. Entwickelt sich aus der Basis des Leitastes ein neuer Trieb, so ist dieser als Ersatztrieb zu ziehen und auf ebenfalls 100 cm zu kürzen. Alle übrigen Sprossen werden entfernt. Beim Winterschnitt wird bis auf 1-2 bzw. 3-4 Augen zurückgeschnitten. Schwache Zweige sollten immer ausgelichtet werden. Unter der Voraussetzung, dass ein geeigneter Ersatztrieb vorhanden ist, können auch die abgetragenen Fruchtruten entfernt werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Wandspalier doch ein bisschen mehr Mühe macht, weil die Triebe der Kiwi-Pflanzen sehr früh zu schlingen beginnen. Es ist daher ganz besonders wichtig, dass die Äste immer wieder sorgfältig beigeheftet werden. Der Schnitt der männlichen Pflanzen kann rigoroser durchgeführt werden, denn hier ist ja gar kein Fruchtertrag möglich. Gleich nach der Blüte wird stark zurückgeschnitten, denn den Pflanzen braucht nicht so viel Platz eingeräumt zu werden. Der Schnitt erfolgt nach demselben Prinzip wie bei den weiblichen Pflanzen.
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